Unter Steinen

Der Prosaband kommt fast ohne grammatisches Subjekt aus und schildert dennoch eine Gefangenschaft im Ego-Wahn. Jemand hört Rettungsmaschinen, aber nicht mehr auf das eigene Denken; eine Katastrophe scheint vorausgegangen zu sein, doch ihr genauer Verlauf bleibt verschüttet. Sprache erscheint zugleich als Mittel des Überlebens und als Instrument der Gewalt. Anspielungen auf Kafka und andere literarische Motive öffnen den Text in eine existenzielle, traumartige Sphäre. Johanne Ritters filigrane Bleistiftzeichnungen variieren Todesmotive, Heizkörper, Körper und insektenhafte Formen, bis sich die Zeichen vom Text lösen und ein eigenes visuelles Eigenleben entwickeln.