Romane, Erzählungen und experimentelle Prosa: Thomas Podhostniks Bücher bewegen sich zwischen unterschiedlichen Formen und Erzählweisen. Wiederkehrend geht es um Herkunft und Zugehörigkeit, Sprache und soziale Ordnung, Wahrnehmung und die Frage, wie Menschen sich selbst und ihre Wirklichkeit erzählen.
Dear Mr. Saunders. Dritter Brief: Chatanga
Briefroman · parasitenpresse · 2025
Im dritten und letzten Teil verlässt Sergej die ostdeutsche Stadt und lebt eine Zeit lang zurückgezogen in Hessen. Eine Einladung zu einem ominösen literarischen Symposium führt ihn nach Sankt Petersburg und bringt die Linien seiner Lebensgeschichte zusammen. Wieder geht es um Herkunft und Zugehörigkeit, um Macht, Sprache und die Rolle der Literatur – nun jedoch mit einem stärkeren Blick auf Selbsterzählung, Ironie, Scham und die Versuchung, sich durch Literatur neu zu erfinden. „Chatanga“ schließt die dreiteilige Korrespondenz mit George Saunders ab und verdichtet Sergejs Weg zu einem persönlichen und zugleich gesellschaftlichen literarischen Statement.
Pressestimmen
„Der Saunders-Brief ist ein höchst unterhaltsames literarisches Statement.“
— Patrick Wilden
„Podhostniks feines Gespür für Ironie, Selbsterhöhung und tiefe Scham macht dieses Buch leicht und subversiv.“
— MDR KULTUR
Weitere Beiträge und Besprechungen
Sächsischer Literaturrat: Chatanga — Buchvorstellung und Empfehlung →
notabene – Podcast, Episode 52: Der Sächsische Bücherkoffer Frühjahr/Sommer 2025 →
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Dear Mr. Saunders. Zweiter Brief: Ich, Untermensch
Briefroman, Teil 2 von 3 · parasitenpresse · 2024
Im zweiten Brief führt Sergejs Weg an eine Schreibakademie in Ostdeutschland. Dort trifft sein Wunsch, zur Literatur zu gehören, auf institutionelle Regeln, soziale Codes und die fortwirkende Macht der Herkunft. Der Text setzt die Lebensgeschichte des ersten Teils fort und rückt Chancenungleichheit, Bildungsprivilegien und den Literaturbetrieb stärker in den Mittelpunkt. Sergej reflektiert über postmigrantische Zuschreibungen, die herrschende Ordnung und die Frage, welche Stimmen als literarisch gelten dürfen. „Ich, Untermensch“ kann eigenständig gelesen werden, gewinnt jedoch durch die Verbindung mit dem ersten und dritten Brief zusätzliche Tiefe.
Pressestimmen
„Der zweite Teil vergnügt und trifft vieles, was im Literaturbetrieb aufstoßen könnte.“
— Katarina Rafailović
Weitere Beiträge und Besprechungen
Katarina Rafailović: „Begeistert mit Provokation“ →
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Dear Mr. Saunders. Erster Brief: Die Bibliothek der unverkäuflichen Bücher
Briefroman, Teil 1 von 3 · parasitenpresse · 2024
Sergej wächst als Kind slawischer Gastarbeiter in der alten Bundesrepublik auf. Er liebt Bücher und Filme, findet jedoch keinen Platz in der westdeutschen Bildungsgesellschaft, wird kleinkriminell und gelangt schließlich nach Sankt Petersburg. In einem langen Brief an den amerikanischen Schriftsteller George Saunders erzählt er seine Lebensgeschichte und denkt über soziale Herkunft, slawische Identität, das Schreiben, die deutsche Sprache und die Macht der Privilegierten nach. Der erste Teil der Trilogie verbindet Entwicklungsroman und literarischen Hilferuf; zugleich fragt er, wem Sprache und Erzählungen gehören und welche Lebensläufe in der Literatur sichtbar werden.
Pressestimmen
„Ein sprachmächtiges Buch, das einen wirklich mitreißt.“
— Bettina Baltschev, Sächsischer Bücherkoffer
„Spannend, raffiniert, sarkastisch und unerschrocken erzählt Thomas Podhostnik von der deutschen Klassengesellschaft.“
— Martin Hielscher
Weitere Beiträge und Besprechungen
Dear „Mr. Saunders Erster Brief“ auf slowenisch erschienen, bei LUD Serpa, Ljubljana →
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Der Spatzenkaiser
Roman · Luftschacht Literaturverlag · 2023
Leon und Kaj könnten kaum unterschiedlicher sein: Leon ist privilegiert, Kaj muss sich alles erarbeiten. Kennengelernt haben sie sich in einer Fabrik; gemeinsam brechen sie auf, um ihrem Alltag zu entkommen. In einer Wüstenstadt, die an ein pervertiertes Las Vegas erinnert, verschwindet Leon. Kaj gerät immer tiefer in ein System aus Abhängigkeit und Grausamkeit und endet als kostümierter Spiderman, der am Straßenrand Flugblätter verteilt. Die Legende des Spatzenkaisers, der sich für die Vernichtung der Spatzen unter Mao rächen will, bildet eine zweite Ebene. Der Roman untersucht moderne Mythen, soziale Hierarchien und toxische Männlichkeit.
Pressestimmen
„Thomas Podhostnik hat einen eigenwilligen, in gewisser Weise sogar zerstörerischen Roman geschrieben.“
— Jörg Schieke, MDR Kultur
„Eine Mischung aus „Fear and Loathing in Las Vegas, Kafka und Naked Lunch. Ein sehr faszinierendes Buch, es hat mich tief beeindruckt und geprägt.“
— Sarah Hofmann, Sächsischer Bücherkoffer
Weitere Beiträge und Besprechungen
Sächsischer Bücherkoffer 2023 — Empfehlung und Buchvorstellung des Sächsischen Literaturrats →
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Frame
Mikro-Roman · parasitenpresse · 2021
Ein junger Kameramann wird von den Aufnahmen einer Unglücksnacht verfolgt. Erinnerungen werden zu Bildern, Bilder zu Erinnerungen; Blicke und Gegenblicke bestimmen die Wahrnehmung. Der Text verbindet persönliche Rückblenden mit Fragen nach Arbeitsverhältnissen, sozialer Herkunft und Geschlechterrollen: Wem gehören die Bilder, wem die Kamera und wem die gefilmten Motive? Welche Macht besitzt der Blick hinter dem Sucher; und welchen Preis zahlt derjenige, der sein Auge verkauft? Ausgangspunkt ist eine biografische Erfahrung des Autors, der im Juli 2002 als Teil eines Kamerateams zur Absturzstelle der Flugzeugkollision von Überlingen fuhr.
Pressestimmen
„Man könnte von einer Demokratisierung des Blickes ausgehen.“
— Jan Kuhlbrodt, Literaturfunk / piqd
Weitere Beiträge und Besprechungen
Frame — als Hörbuch bei bandcamp →
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Unter Steinen
Prosa · parasitenpresse · 2020
Der Prosaband kommt fast ohne grammatisches Subjekt aus und schildert dennoch eine Gefangenschaft im Ego-Wahn. Jemand hört Rettungsmaschinen, aber nicht mehr auf das eigene Denken; eine Katastrophe scheint vorausgegangen zu sein, doch ihr genauer Verlauf bleibt verschüttet. Sprache erscheint zugleich als Mittel des Überlebens und als Instrument der Gewalt. Anspielungen auf Kafka und andere literarische Motive öffnen den Text in eine existenzielle, traumartige Sphäre. Johanne Ritters filigrane Bleistiftzeichnungen variieren Todesmotive, Heizkörper, Körper und insektenhafte Formen, bis sich die Zeichen vom Text lösen und ein eigenes visuelles Eigenleben entwickeln. Mit Zeichnungen von Johanne Ritter.
Pressestimmen
„Der Text gibt gleichermaßen den Blick frei auf sein lyrisches Element.“
— Signaturen-Magazin.
Weitere Beiträge und Besprechungen
Rezension zu „Unter Steinen“ im Signaturen-Magazin →
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Ein anderer Däne
Fünf Prosatexte · Literatur Quickie Verlag · 2018
Der Band versammelt fünf kurze Texte, die zwischen Märchen und Kurzgeschichte changieren. Alltägliche Situationen kippen in surreale, kafkaeske und mitunter groteske Konstellationen. Die knappe Form arbeitet mit Auslassungen, abrupten Wendungen und Bildern, die sich einer eindeutigen Auflösung entziehen. So entstehen kleine Versuchsanordnungen über Wahrnehmung, Verwandlung und das Fremde im scheinbar Vertrauten.
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Der falsche Deutsche
Roman · Luftschacht Literaturverlag · 2015
Ein wortkarger, namenloser junger Mann flieht aus dem Deutschland, das er verachtet, nach Kuba. Dort gerät „der Blonde“ in eine zunehmend aussichtslose Freundschaft mit dem intellektuellen Kubaner Yanez, der für ein Deutschland aus Thomas Mann, Hegel, Heidegger und Kant schwärmt. Der Neuankömmling soll dieses Ideal verkörpern – und muss es zwangsläufig enttäuschen. Zugleich erweist sich auch Kuba für den Flüchtenden nicht als verheißener Gegenort. In schnellen Schnitten erzählt der Roman vom Scheitern einer Freundschaft, von kulturellen und sozialen Unterschieden, von Identität, Rassismus und Vorurteilen sowie von den Bildern, die Menschen voneinander und von Ländern entwerfen.
Pressestimmen
„Es ist ein radikal subjektiver Blick, mit dem Thomas Podhostnik seinen Helden durch Kuba und vor allem Havanna reisen lässt. Abseits aller Touristenseligkeit beschreibt er die Stadt so zerfallen, „als hätte vor langer Zeit ein Krieg getobt“, die Häuser als dunkel und feucht wie Ruinen. “
— FIXPOETRY
„Die eigentlichen Grenzen werden im Kopf gezogen. Um sie zu überwinden, braucht es kluge Romane, die sich allzu naheliegenden Klischees verweigern. Romane wie den von Thomas Podhostnik.“
— MDR Figaro
Mittwacht
Illustrierte Erzählung · Verlagshaus Berlin · 2014
In einem abgeschlossenen Lager wartet eine verzweifelte Gruppe auf einen wiederkehrenden Mittwoch, an dem einer von ihnen erschossen wird. Die Gefangenen haben jedoch jedes sichere Gefühl für Zeit verloren. Aus dieser Ausgangslage entsteht eine düstere Versuchsanordnung über Macht, Aggression, Hoffnungslosigkeit und die Zerstörung menschlicher Beziehungen. Thomas Podhostniks knappe, harte Sprache und Lilli Gärtners zugleich sanfte und verstörende Zeichnungen stehen in einem spannungsvollen Verhältnis. Das grafische Buchprojekt erzählt nicht realistisch aus, sondern verdichtet die Situation zu einer Parabel über Unterwerfung, Angst und die Frage, was Menschen einander unter extremem Druck antun. Mit Illustrationen von Lilli Gärtner.
Pressestimmen
„Mittwacht findet harte Worte und erschreckend sanfte Bilder für eine Geschichte voller Bosheit, Verachtung und Gefühlskälte.“
— FIXPOETRY
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Die Hand erzählt vom Daumen
Illustrierte Erzählung · Verlagshaus Berlin · 2014
Plav spricht mit seinem Daumen und verschließt sich zugleich vor der Welt. Tagsüber arbeitet er in einer Spritzgussfabrik, nachts durchstreift er die Stadt nach Fundstücken und verwandelt Holz und Schrott in Figuren, Marionetten und Skulpturen. Früh ist er mit seiner Mutter aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Westberlin gekommen; das Gefühl, fremd zu sein, erlebt er wie eine persönliche Schuld. Als seine Mutter eine Beziehung zu einem deutschen Mann beginnt, verschärfen sich die Konflikte. In einer filmisch und malerisch geprägten Bildsprache zeichnet der Roman das Porträt eines hochbegabten Außenseiters, dessen Verzweiflung zunehmend zur Provokation wird.
Pressestimmen
„Sehr dicht, komplex, leichtfüßig und doch substanziell.“
— We read Indie / früher Bücherwurmloch
„Ein Mikroroman also mit einer Makrowelt an Themen.“
— München.Bayern-Online.de
„Ein in jeder Hinsicht sorgfältig erarbeitetes Buch, das von der intensiven Beschäftigung des Autors mit visuellen Medien zeugt.“
— Heimo Strempfel, Die Brücke, Kulturzeitschrift, Kärnten
Weitere Beiträge und Besprechungen
Plavsongs – Musik nach dem Roman Die Hand erzählt vom Daumen →
Plavsongs – Ein Clown – Musikvideo →
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Der gezeichnete Hund
Roman · Luftschacht Literaturverlag · 2008
Sivo ist der erste Deutsche seiner Familie – zumindest in den Augen seiner Eltern. Als in Deutschland geborener Sohn slowenischer Einwanderer beobachtet er, wie sich familiäre Bindungen, kulturelle Gewissheiten und das Gefühl von Zugehörigkeit auflösen. Sein eigener Weg wird für die Eltern zugleich zum Zeichen ihrer Enttäuschung und ihres Scheiterns. In episodischen, stark verdichteten Szenen erzählt der Roman von Vorurteilen, Geldsorgen und einer Sprachlosigkeit, die Scham, Entfremdung und Einsamkeit erzeugt. Im Zentrum steht die Frage, ob und wie sich innere wie äußere Grenzen überschreiten lassen.
Pressestimmen
„Wo die Sprache aufhört, beginnt das Zeichnen.“
— Die Furche, österreichische Wochenzeitschrift
„Von diesen 100 Seiten ist keine Zeile Füllwerk, alles ist auf den Punkt formuliert. Hinter diesem schmalen Bändchen verblasst so manches aktuelle Mammutwerk.“
— Titel Magazin,
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WAZ – Rezension: Keine Sprache für Gefühle →
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Dear Mr. Saunders – Knjižnica neprodajnih knjig
Slowenische Ausgabe · LUD Šerpa, Ljubljana · 2026
Slowenische Übersetzung des ersten Teils der Briefromanfolge Dear Mr. Saunders. Übersetzt von Blaž Božič Boško und 2026 bei LUD Šerpa in Ljubljana erschienen.
Pressestimmen
„Če želiš ustvariti nekaj novega, moraš biti subverzive. – Wenn du etwas neues erschaffen möchtest, musst du subversiv sein.“
— Delo, slowenische Wochenzeitschrift
„Eine außergewöhnliche Lektüre. Eine der positivsten literarischen Überraschungen der letzten Jahre.“
— Bukla Magazine, Boštjan Videmšek